Unser Ratgeber des Monats:

Wie viel Taschengeld ist für Ihr Kind angemessen?

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Kinder an den Umgang mit Geld heranführen

Neben der Tatsache, dass Kinder Taschengeld bekommen, um sich kleinere Wünsche selbst erfüllen zu können, steht hierbei vor allem die Einführung der Kinder in den Umgang mit Geld im Vordergrund.
Viele Kindern und Jugendlichen fehlt es heutzutage an dem richtigen Gefühl für das Geld, welches ihre Eltern mit Mühe verdienen. Teure Spielsachen werden nach einmaliger Benutzung achtlos in die Ecke gelegt und auch Markenkleidung ist von einem auf den anderen Tag plötzlich „uncool“. Es ist daher besonders wichtig, dass Eltern ihren Sprösslingen schon früh die Verantwortung über bestimmte, eher kleinere Geldbeträge übertragen. Prinzipiell ist es empfehlenswert, dem Kind, sobald es rechnen kann, auch den Umgang mit dem eigenen Taschengeld zuzutrauen. Wir haben für Sie die wichtigsten Fakten rund um das Thema Taschengeld zusammengetragen!

Warum ist Taschengeld so wichtig?

?Taschengeld ist wichtig für Kinder, denn nur auf diesem Weg lernen sie frühzeitig den richtigen Umgang mit Geld kennen. Spätestens mit der Einschulung sollten Kinder in regelmäßigen Abständen Taschengeld bekommen, weil sie dann lernen, den Wert von Dingen einzuschätzen und sich das Geld selbst einzuteilen. Es gibt sogar einen positiven Nebeneffekt: Die Kinder üben nebenbei das Rechnen. Statistische Erhebungen belegen außerdem, wie wichtig der verantwortungsbewusste Umgang mit Geld ist: Ungefähr zehn Prozent aller 20- bis 24-Jährigen leben mittlerweile verschuldet.

Ein fester Betrag und klare Regeln

Renommierte Erziehungswissenschaftler empfehlen den Eltern von Kindergarten- und Grundschulkindern, das vereinbarte Taschengeld wöchentlich auszuzahlen. Denn erst ab einem Alter von ungefähr zehn Jahren sei es den Kindern möglich, den ganzen Monat zu überblicken, zu planen und das Taschengeld dementsprechend einzuteilen.
Für Kindergartenkinder ab dem vierten oder fünften Lebensjahr seien etwa 50 Cent Taschengeld in der Woche angemessen, mit denen sie sich im Sommer beispielsweise ein Eis kaufen können. Danach sollten die Beträge sich mit jedem Altersjahr um weitere 50 Cent bis zu einem Euro erhöhen. Ab einem Altern von zehn Jahren empfehlen Experten einen monatlichen Betrag von in etwa 13 Euro. Die Taschengeldempfehlungen seien allerdings nur Richtwerte. In jeder Familie sollten die Höhe des Taschengelds, abhängig vom elterlichen Einkommen, der Anzahl und des Entwicklungsstands der Kinder, individuell ausgehandelt werden
Wichtig bei all dem bleibt: Die Eltern müssen damit umgehen können, welche Entscheidungen das Kind trifft. Entscheidet es sich zum Beispiel beim Kauf von Kleidung für zwei günstige Shirts oder doch für einen Markenpullover?
Noch wichtiger als die Höhe des Taschengeldes, ist der zwischen Kindern und Eltern vereinbarte Verwendungszweck. Es können beispielsweise Verabredungen getroffen werden, die sich auf die Anschaffung von Stiften und Blöcken für den Schulunterricht beziehen. Das Kind bekommt diese Sachen zwar gekauft, muss sie aber selber ersetzen, wenn es sie verliert. Außerdem sollten die Eltern, kennen sie erst einmal die Kaufgewohnheiten ihres Kindes, das Taschengeld etwas großzügiger bemessen, damit das Kind auch auf größere, außerordentliche Anschaffungen sparen kann.

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Was Eltern beim Taschengeld unbedingt beachten sollten

Taschengeld ist weder Belohnung, noch Bestrafung! Dementsprechend sollte das Taschengeld unabhängig von Schulnoten und Benehmen des Kindes ausgezahlt werden. Und auch ohne, dass das Kind die Eltern daran erinnern muss. Außerdem sollten sich die Eltern ab dem Zeitpunkt, an dem das Taschengeld verteilt ist aus den finanziellen Angelegenheiten des Kindes herausnehmen und auch nicht „ausnahmsweise“ etwas Geld nachreichen, ist der Ursprungsbetrag bereits ausgegeben. An dieser Stelle empfiehlt es sich viel eher, zu besprechen, wie es zu diesem „Notstand“ gekommen ist und wie man das das nächste Mal vermeiden kann. Nur auf diese Weise ist gewährleistet, dass das Kind auf Dauer lernt, selbst Verantwortung für seine Finanzsituation zu übernehmen.

Wann sind Sparbuch und Girokonto angebracht?

Ab einem Alter von 8 Jahren sollten Kinder neben ihrem Taschengeld außerdem ein Sparbuch erhalten. Auf diese Art machen Sie die ersten Erfahrungen mit Geld und daraus resultierenden Zinsen. Im Allgemeinen betrachtet man diesen Punkt als einen ersten Einblick in die Buchführung. Mit steigendem Alter, empfohlen werden 14 bis 16 Jahre, wird auch ein Jugend-Girokonto immer sinnvoller. So kann der Jugendliche auch dann über sein Geld verfügen, wenn er kein Bargeld bei sich trägt und wird somit flexibler und lernt dabei noch intensiver, maßvoll mit seinem Geld umzugehen. Größere Summen, wie beispielsweise nach Weihnachten, Geburtstagen oder ähnlichem sollten allerdings stets auf das Sparkonto überwiesen werden, damit der noch junge Mensch nicht zu viel Geld auf einmal zur freien Verfügung hat. Vor einer Verschuldung brauchen sich die Eltern in diesem Fall keine Sorgen zu machen, da Minderjährigen ein Dispo-Kredit nicht ohne weiteres eingeräumt werden darf.

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